Liebe

Waren Sie schon einmal verliebt? Ich meine so mit Haut und Haaren diesen wunderbaren Gefühlen ausgeliefert? Sicherlich waren Sie es! Irgendwann trifft es jeden einmal – und immer genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet, wenn man sich aufs Alleinsein eingestellt und mit dem anderen Geschlecht gerade gar nichts am Hut hat. Wenn man „keinen Kopf hat für solche unwichtigen Spielereien“. Genau dann schlägt sie ein – die Liebe, gleich einem Blitz – unverhofft und plötzlich vernichtet sie jeglichen vernünftigen Gedanken. Aus ist es mit geregeltem Leben, nichts ist mehr, wie es vorher war.

Was aber ist das überhaupt – die Liebe? Ja natürlich, „man fühlt sich zu einer bestimmten Person mehr hingezogen als zu anderen Mitmenschen und möchte so oft wie möglich mit dieser Person zusammen sein und mit ihr Liebe machen.“ Eine recht nüchterne und spartanische Beschreibung, finden Sie nicht auch? Sicherlich werden Sie mir zustimmen, dass Liebe die schönste Sache ist, die es hier auf unserem Erdball gibt.

Liebe, da wird zunächst jegliche Vernunft erstmal ausgeknipst. Man wacht morgens auf, läuft hinaus, und die Welt ist zum Umarmen schön. Der Himmel ist blauer und die Wolken erzählen spannende Geschichten, die zum Träumen einladen. Auch das Gras ist viel grüner als sonst, der Tau lässt es im Morgenlicht glänzen. Man legt sich auf den Rücken und genießt diese unglaubliche Sehnsucht, während man verzückt dem Gezwitscher der Vögel lauscht, so als ob man sie verstehen könnte. Dass die Hose vom nassen Gras langsam durchweicht, ist so nebensächlich, dass man es nicht einmal bemerkt.

Genau das ist Liebe: eine völlig verschobene Wahrnehmung, als wenn man nicht ganz richtig im Kopf ist. Man lächelt die ganze Zeit und alle Menschen lächeln zurück. Die Blumen bleiben auf dem Autodach liegen und während der Fahrt wundert man sich, wo sie geblieben sind.

Liebe ist das Gefühl, nicht ruhig sitzen zu können, weil sonst das Herz Gefahr läuft zu zerbersten. Eine seltsame Sache – es hat ja nicht mehr Blut zu befördern als sonst auch. Ach ja und dann wären da noch die Schmetterlinge im Bauch, oder waren es doch eher riesige Flugzeuge?

Unruhe und Sehnsucht, bis der geliebte Mensch da ist. Und wenn es dann endlich soweit ist – Umarmungen, Küsse, zärtliche Blicke mit der Wirkung eines riesigen Wirbelsturms, als ob einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird oder man in ein großen Loch fällt, dafür aber die untrügliche die Sicherheit, kein Netz oder doppelten Boden zu brauchen.

Ein wunderbar wohliges Gefühl von Geborgenheit und Ruhe, endlich nach Hause gefunden zu haben und der Wunsch, dass dieses grandiose Wunder nie wieder zu Ende gehen möge.